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Venezuela: Politisches Porträt

19.10.2021 - Artikel

Der seit 1999 regierende Chavismus hatte eine Umverteilung der Vermögensverhältnisse in der traditionell sozial stark gespaltenen venezolanischen Gesellschaft angestrebt. Es wurden kostspielige Sozialprogramme aufgelegt, finanziert von der staatlichen Ölgesellschaft PdVSA. Gleichzeitig wurden Re-Investitionen in die Ölinfrastruktur vernachlässigt, wodurch die Ölförderung von 2015 bis 2018 um mehr als zwei Drittel sank.

Die Wirtschaft schrumpfte in den vergangenen sechs Jahren um mehr als 75%. Die zunehmende Dollarisierung hat zwar für volle Regale im Einzelhandel gesorgt, die Kaufkraft ist jedoch um 40% gesunken. Mehr als 80% der Venezolaner gelten heute als arm; ein Drittel leidet an Unterernährung oder Hunger. Seit 2014 haben knapp 6 Millionen Venezolaner ihr Land verlassen (Stand: September 2021).

Schon Hugo Chávez schaffte die Gewaltenteilung schrittweise ab. Unter seinem Nachfolger Nicolas Maduro wurde das Regierungshandeln immer autoritärer. Im August 2021 wurden Verhandlungen mit der von Juan Guaidó geführten Opposition aufgenommen; diese wurden aber bereits wenige Wochen später vom Regime wieder suspendiert. Mehrere Institutionen der Vereinten Nationen stellten 2020 und 2021 Anhaltspunkte für Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch das Maduro-Regime fest.

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Tafelberg Roraima im Naturschutzgebiet La Gran Sabana in Venezuela © picture alliance/blickwinkel
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